| Geschichte der TG 08 Lispenhausen |
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| Montag, 24. März 2008 um 18:01 | |
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Auszug aus dem Werdegang der Turngemeinde Lispenhausen:
Man schrieb den 11. Juni 1908. Goldener Sonnenschein überstrahlte das Land, als einige turnbegeisterte Männer zur Badeanstalt an der Fulda ihren Weg nahmen. Hier gab es ein lustiges Treiben; Alt und Jung erfrischte sich im kühlen Flußlauf der Fulda. Da reifte der lang gehegte Wunsch der ankommenden Männer zum raschen Entschluß. Sie rufen die badenden Jungen zu sich, erzählen ihnen mit schlichten Worten, so wie ihr Herz diese auf ihre Lippen drängte, von Friedrich Ludwig Jahn und seinem Wollen, erzählen vom Streben und Wirken der deutschen Turnerschaft und ihre Worte fanden Zustimmung und begeisterte Aufnahme in den Herzen der Jungen. So wurde für den 13. Juni 1908 im Gasthaus Aschenbrenner eine Zusammenkunft vereinbart. Man lud einige Turner der benachbarten Kreisstadt Rotenburg ein, die noch einmal klar und eindeutig die Zielsetzung der deutschen Turnvereine darlegten. Die 30 Anwesenden hatten nur eine Meinung und die hieß: Wir gründen einen Turnverein. So wurde denn einstimmig der Beschluß gefaßt, diese Zusammenkunft als Gründungsversammlung zu bezeichnen und die notwendigen Formalitäten, die einer Gründungsversammlung eigen sind, sofort vorzunehmen.
2. Die vorgenommene Wahl ergab folgendes Ergebnis: Vorsitzender: Heinrich Fischer
Sofort wurde der Turnbetrieb aufgenommen. Da aber dem Verein noch keine eigenen Geräte zur Verfügung standen nahmen die Turner an den Übungsstunden der Turngemeinde Botenburg teil. Doch schon nach drei Monaten war es durch freiwillige Spenden der Mitglieder möglich, eigene Geräte zu beschaffen und 2 Männer- und 1 Zöglingsriege trafen sich jede Woche im Saale Aschenbrenner zu gemeinsamer Turnstunde. Doch bald erwies sich der benutzte Saal als ungeeignet und die Raumfrage bildete die erste Schwierigkeit des jungen Vereines. Nach mehrfachem Lokalwechsel konnte der Verein im Gasthaus Dietz, vorerst in einem Wagenschuppen und später im neuerbauten Saal, eine ständige Bleibe finden. Im September 1908 trat der junge Verein aus Anlaß einer Rekrutenabschiedsfeier mit turnerischen Vorführungen erstmalig an die Öffentlichkeit. Die Folge war ein laufender Zustrom neuer Mitglieder, so daß der Verein zur Jahreswende 1908/09 insgesamt 74 Turner und Zöglinge zählte.
Aktive Teilnahme an den örtlichen Turnfesten in Weiterode und Gilfershausen. 1910 Pfingsten war gekommen. Die Turngemeinde hatte zu ihrer Fahnenweihe verbunden mit dem ersten eigenen Turnfest aufgerufen. Mit rührigem Fleiß war Alt und Jung an der Festvorbereitungen beteiligt. Da ballten sich wenige Tage vor Pfingsten dunkle Wolken am Himmel und zum Entsetzen der festfrohen Turner, schüttelte Frau Holle noch einmal kräftig ihre Betten und die Schneeflocken fielen unaufhörlich auf die Erde. Eiskalt wie der Schnee wurden die Herzen der Turner, beim Anblick dieses Schneetreibens. Doch Pfingsten war gekommen und mit ihm die Sonne. Sie drang siegreich empor und zauberte Leben hervor. Leben in Wald und Flur und Leben auf dem Turnplatz in Lispenhausen. So flatterte denn die neuenthüllte Fahne, am Tage ihrer Weihe im strahlenden Sonnenschein, im Frühlingswinde des Frühlingsfestes: Pfingsten 1910. Und so sollst du Fahne, uns immer als Symbol des Lichten d. h. des Schönen, des Guten, des Reinen voran flattern und sollst uns gemahnen, daß nur durch Reinheit der Weg zur Einheit führt. 1911 und 1912 beteiligte sich der Verein an den benachbarten örtlichen Turnfesten. Darüber hinaus nahm er regen und aktiven Anteil an dem jährlichen Gauturnfest, am Rhönturnfest und am Bergturnfest in Wilhelmshöhe. Neben dem regelmäßigen Turnerbetrieb wurden auch mehrere Turnerwanderungen durchgeführt. 1913 Unser vielgetreuer Martin Hanstein, bisher Turnwart, wird in der Jahreshauptversammlung zum 1. Vorsitzenden gewählt. Am 1. und 2. Juni feierte der Verein sein 5- jähriges Stiftungsfest mit einem großangelegten Turnfest. Viele auswärtige Vereine nahmen an den Wettkämpfen teil und es war ein hartes aber edles Ringen um den Eichenkranz. 1914 13-15. Juni Teilnahme am 50-jährigen Stiftungsfest der Turngemeinde Rotenburg. Eine große Anzahl von Wetturnern rang um den Sieg und gar viele von ihnen haben ihn errungen. Wenige Wochen später wurde durch den Thronfolgermord in Sarajewo der 1. Weltkrieg, ausgelöst. Viele Turner wurden zum Kampf aufgerufen, aber nicht mehr zum Kampf um den schlichten Eichenkranz, sondern zum Kampf um Leben und Tod. Die Reihen der Turner wurden immer lichter. 40 Turner standen unter den Waffen. Trotzdem ging der Turnbetrieb im Rahmen des Möglichen weiter. 1915 fand eine gelungene Wanderung nach Spangenberg statt. 1916-1918 war weder Zeit noch Raum zu Festen, der Krieg lag mit aller Schwere auf dem ganzen Volke. Nur Wenige waren es noch die zu den Turnstunden kommen konnten. 1919 Der Krieg war zu Ende. Deutschland lag besiegt am Boden. Doch der Turnergeist war ungebrochen. Sogleich wurde der Turnbetrieb in vollem Umfange wieder aufgenommen. 73 Mitglieder zählte der Verein, wenn auch mancher alte treue Turner nicht mehr unter ihnen weilen konnte. Eine wahre Begeisterungswelle beseelte die Turner und diese befähigte den Verein das 1. Gauturnfest des Oberfulda-Werra-Rhönturngaues in Lispenhausen durchzuführen. 1920 Im Frühjahr fand der Gauturntag im Gasthaus Dietz in Lispenhausen statt. Am 24. April wurde bei einer außerordentlichen Hauptversammlung eine Turnerinnenabteilung gegründet. Als Frauenturnwart wurde Johannes Allmeroth und zu dessen Stellvertreter Johannes Wagner gewählt. 20 Turnerinnen, 107 Turner und 21 Zöglinge zählte der Verein. Am 5. Juni wurde das 2. Gauturnfest des Oberfulda-Werra-Rhönturngaues unter der altbewährten Leitung unseres Turnbruders und 1. Vorsitzenden Martin Hanstein in Lispenhausen durchgeführt. 1921-1923 Nimmt die normale Vereinsarbeit ihren regelmäßigen Fortgang. Die Inflation läßt größere Veranstaltungen nicht zur Durchführung kommen. Die Jahreshauptversammlung ernennt unseren getreuen Eckehard Martin Hanstein, in Würdigung seiner 10jährigen Führung des Vereins, zum Ehrenvorsitzenden. Er wird zum Nestor der Turnerei in Lispenhausen. 1924 22. März. Die Hauptversammlung beschließt den Bau einer Turnhalle. Die Auswirkungen der Inflation haben die Durchführung dieses Beschlusses verhindert. 5. Juli Teilnahme am Gauturnfest. 1924-1927 Die Schatten einer schweren Arbeitslosigkeit liegen über Deutschland. Ihre Auswirkungen behindern auch das Vereinsleben der Turngemeinde. Dennoch wurde mit zähen Willen durchgehalten, wenn auch zeitweilig nur Wenige auf dem Turnboden standen. Die Treue zur Sache, zur Fahne, die nach düsteren Schneetreiben, dennoch am Tage ihrer Weihe im goldenen Sonnenstrahl entfaltet wurde, war stärker als alle Not und hat die Krise überwunden. 1927 Stehen wieder 90 Mitglieder und 20 Zöglinge im Verein. Daß dies so ist, ist vornehmlich der hingebungsvollen Arbeit unseres Turnbruders Gustel Aschenbrenner zu verdanken. Er hat in der vorangegangenen Zeit, dem Verein, dem deutschen Turnen überhaupt, immer mit Rat und noch vielmehr mit der Tat, neben den gewählten Amtswaltern, zur Seite gestanden.Er hat weder Mähe noch Opfer, physischer wie finanzieller Art gescheut und hat so, in aufopfernder Treue dem Verein geholfen diese schweren Jahre zu überwinden. Als Turnwart und schließlich Gauturnwart hat er sich ein bleibendes Denkmal deutscher Turnertreue geschaffen. Im Frühjahr wurde eine Handballmannschaft aufgestellt, die sich sehr rasch erfolgreich durchsetzen konnte und bis zum Gaumeister aufstieg. Einer der Besten war Turnbruder Karl Dietz, der im 2. Weltkrieg sein Herzblut für Deutschland gegeben hat. Er wird ewig fortleben, als unser vielgetreuer „Ligi". 1928-1932 Der Turnbetrieb wird systematisch und regelmäßig durchgeführt, die Gauturnfeste werden besucht, ebenso örtliche Feste der Nachbarvereine. 1933 Im August feiert der Verein sein 25-jähriges Stiftungsfest, das in all seinen Teilen, als wohlgelungen bezeichnet werden kann. 1934-1937 Nimmt die turnerische Arbeit ihren Fortgang, wird jedoch durch die politische Entwicklung in ihrer ursprünglichen Zielsetzung beeinträchtigt. 1937 Am 1. Mai wird durch die allgemeine politische Entwicklung bedingt, der Entschluß gefaßt, die Turngemeinde und den inzwischen gegründeten Sportclub 1919 zu einem Turn- und Sportverein zusammenzuschließen. Es zeigt sich eine ersprießliche Arbeit, die dann durch den 2. Weltkrieg zum erliegen kam. Wieder mußten die Turner zu den Waffen greifen und der Turnboden wurde immer einsamer. Der Krieg nahm seinen Verlauf bis zum bitteren Ende. 1945 und wieder lag Deutschland am Boden. Und dennoch lebte die Vereinstätigkeit wieder auf. Freilich nicht mehr im alten Turngeist. Sportgeist hieß die Losung und dieser ließ das Turnen in den Hintergrund treten. 1949 Wieder war es Pfingsten geworden und ein Turn- und Sportfest wurde durchgeführt. Hier sollte das Aschenbrödel "Turnen" wieder zu Worte kommen, dennoch ist es nicht gelungen, so daß durch einige alte Turnerherzen am 21. Juni 1949 im Gasthaus Dietz durch die Wiederbelebung der alten Turngemeinde, die endgültige Trennung der beiden Vereine vollzogen wurde. In gleicher Stunde wurde auch die Handballmannschaft im Rahmen der Turngemeinde wieder aufgestellt. 57 Mitglieder, 13 Turnerinnen, 14 Zöglinge und 100 Schüler und Schülerinnen bildeten den Grundstock zu neuer Turnarbeit. Der gewählte Vorstand setzte sich folgendermaßen zusammen: 1. Vorsitzender: August Mey 1950 bis heute Die Turngemeinde entwickelte sich trotz des ein oder anderen Rückschlages stetig weiter und wurde ein fester Bestandteil unseres Ortes. Die nachfolgenden 1. Vorsitzenden waren
09.01.1955 - 18.02.1972 18.02.1972 - 09.02.1974 20.01.1976 - 21.01.1984 10.03.1984 - 28.05.1985 28.05.1985 - 25.01.1986 07.03.1992 - 25.01.2008
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| Aktualisiert ( Donnerstag, 24. April 2008 um 20:09 ) |


